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Textauszug: GeschlosseneGesellschaft

  Die Wörter   Das Sein und das Nichts    Geschlossene Gesellschaft

GARCIN: Ich bin zu früh gestorben. Man hat mir nicht die Zeit gelassen, meine Taten auszuführen.
INES: Man stirbt immer zu früh - oder zu spät. Und nun liegt das Leben da, abgeschlossen; der Strich ist gezogen, fehlt nur noch die Summe. Du bist nichts andres als dein Leben.
GARCIN: Schlange! Du hast für alles eine Antwort.
INES: Komm! Komm! Verlier nicht den Mut. Es sollte dir leicht fallen, mich zu überzeugen. Such nach Argumenten, streng dich an! Garcin zuckt die Achseln. Na? Na? Ich hatte dir gesagt, daß du verletzbar bist. Oh! Wie du jetzt büßen wirst. Du bist ein Feigling, Garcin, ein Feigling, weil ich es so will. Ich will es so, hörst du, ich will es! Und trotzdem, sieh doch, wie schwach ich bin, ein Hauch; ich bin nichts als der Blick, der dich sieht, als dieses farblose Denken, das dich denkt. Er geht mit offenen Händen auf sie zu. Ha! Sie öffnen sich, diese großen Männerhände. Aber was erhoffst du denn? Gedanken lassen sich mit Händen nicht fangen. Komm, du hast keine Wahl: Du mußt mich überzeugen. Ich halte dich gefangen. ...

 

9. Juni 2004