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"Gegenüber einem sterbenden Kind fällt Der Ekel nicht
ins Gewicht" Sartres Moralphilosophie in seinem Leben und Werk
Donnerstag, Freitag,
27. und 28. Oktober 2005
Das Programm als Druckfassung
(*.pdf) Institut français, Kurfürstendamm 211, 10719
Berlin
Das Programm der Tagung
mit Fotos Veranstaltet von der Sartre Gesellschaft in Zusammenarbeit
mit dem Institut français de Berlin, dank der großzügigen
Unterstützung des
Bureau
des relations universitaires près les Universités de Berlin:
Madame Claudine Delphis, Attaché de Coopération Universitaire,
Ambassade de France en République Fédérale d'Allemagne. Coopération
universitaire, dem Frankreichzentrum Berlin und mit Unterstützung
der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur
sowie der Heinrich-Böll-Stiftung.
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Der Leiter des Instituts français, Jean-Claude
Crespy begüßte die Gäste der Tagung im Namen
von
Frau Chantal Colleu-Dumond, conseiller culturel de l'Ambassade
de France.
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Vincent von Worblewsky, der Präsident
der Sartre-Gesellschaft, eröffnete die Tagung. |
Das Programm der Tagung
mit Fotos
Am
Ende seines Lebens hat Sartre, sein Werk resümierend, bemerkt, er
hätte "nur Bücher geschrieben, in denen es um die Frage
der Moral geht." Das bestätigt sein vielgestaltiges Werk,
ob Dramen, Romane, Filmdrehbücher, philosophische Werke, Essays zu
Kunst und Literatur oder auch oft umstrittene politische Schriften.
Sartre hat mehrfach versucht, eine kohärente Moral, jeweils im Anschluß
an seine beiden philosophischen Hauptwerke Das Sein und das Nichts und
Kritik der dialektischen Vernunft, zu schaffen, ohne diesen Vorsatz zu
verwirklichen. Es bleiben Konvolute von Aufzeichnungen, Entwürfen,
Bruchstücke und Fragmente, die mit den Cahiers pour une morale (Entwürfe
für eine Moralphilosophie, dt. bei Rowohlt April 2005) bisher nur
teilweise veröffentlicht wurden. Der moralphilosophische Diskurs
ist indessen im Werk Sartres besonders mit dem ästhetischen verknüpft.
Sartre hat mehrfach die Ähnlichkeit hervorgehoben zwischen der Schaffung
einer konkreten Moral und dem Akt künstlerischer Schöpfung.
Der Appell an den Menschen als sich realisierende Freiheit und zu
lebenden Authentizität steht in seinem künstlerischen Werk ebenso
im Zentrum wie in den theoretischen Überlegungen. Dabei kommt es
zu Interferenzen und Entwicklungen, in denen erreichte Positionen radikal
überschritten werden. In diesem Sinne findet Sartres ethischer
Appell, der an Schlüsselbegriffen wie Engagement, Freiheit, Kontingenz,
Authentizität, Endlichkeit, Hingabe, Unaufrichtigkeit (mauvaise foi),
Konversion und anderen entwickelt wird, seinen vielfältigen Ausdruck
in einem vielleicht gelingenden Handeln des Menschen, das authentisch
und poetisch sowie historisch zugleich wäre.
Jean-Paul Sartre
wird anläßlich seines 100.Geburtstages am 21. Juni 2005 und
fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod durch zahlreiche nationale und
internationale Veranstaltungen geehrt. Eine dieser kritischen Würdigungen
seines Lebens und seines Werks sind die von der Sartre Gesellschaft e.V.
in Deutschland veranstalteten Journées Sartre, die sich der Auseinandersetzung
mit Sartre und seinem Werk widmen werden. Mit Sartre eng verbundene
Zeitzeugen und Wissenschaftler aus dem französischen und dem deutschen
Sprachraum werden ihre Erfahrungen mit und Gedanken über Sartre vorstellen.
Dabei wird das zentrale moralphilosophische Thema durch seine philosophische
Grundlegung, seine ästhetischen Parallelen, seine künstlerische
Umsetzung und seine politischen Implikationen die Möglichkeit bieten,
die ganze Breite und Vielfalt des Sartreschen Werks durch die verschiedenen
Beiträge der Teilnehmer zur Geltung kommen zu lassen.
Dr.
Vincent von Wroblewsky, Stillerzeile 11, 12587 Berlin E-Mail VvWroblewsky@compuserve.com
Peter Knopp, Am Adlergestell 225 B, 12489 Berlin E-Mail p-knopp@web.de
Das Programm der Tagung
mit Fotos
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