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Paul Rebeyrolle
Paul Rebeyrolle ist am 7. Februar im Alter von 78 in Boudreville
gestorben.
"Une toile ne parle pas - ou si peu. Qund elle
discourt, le peintre fait de la littérature." So beginnt
Sartre sein Vorwort für die Ausstellung von Rebeyrolle für
die Zeitschrift Derrière le Miroir, (N° 187, Okt.
1970, wiederabgedr. unter dem Titel "Coexistences", in:
ders., Stuations, IX, Paris 1972, S. 316-325) und erinnerte
sogleich daran, daß sich jedes Kunstwerk aufgrund der Mitarbeit
des Betrachters enthüllt und keinesfalls seine Bedeutung dem
Betrachter aufzwingen darf.
Es gibt eben kein Engagement in der Kunst, so Sartre
weiter, wenn es nicht das Engagement ist, das das Überschreiten
des Kunstwerks erfordert. Bei Rebeyrolle erkennt Sartre eine Intention,
derer sich der Maler aber nicht immer unbedingt bewußt war,
denn letztlich ist es eher das Thema eines Bildes, das eine Einheit
der Prozesse verrät, die zu seiner Entstehung geführt
haben. Eines dieser Themen ist die Freiheit und auch die Erlebnisse
unter der Besatzungszeit. Später in Paris malt er und betätigt
sich politisch. 1956 verläßt er die K.P.F., durch die
linke Tür, schreibt Sartre, da, wo noch nichts war. 1962 erinnert
er daran, daß man Parallelen herstellte zwischen seinen Bildern
und Courbet, den Sartre als den einzigen engagierten Maler seiner
Zeit bezeichnet. Und Sartre teilt dem Leser die Begeisterung für
die Bilder Rebeyrolles mit: "...l'unité du tableau,
c'est toujours un des grands actes simples de la vie qui la donne,
réunissant plusieurs sens pour décourvrir la matière
vivante ou morte dans ses reésistances et ses complicités:
c'est par l'acte qu'il entre dans la toile, non pas en observateur
mais piégeant, cherchant, attendant, pénétrant,
fouillant, guettant sur la terre, dans l'eau, des signes favorbales
à sonentreprise, un éclat de lumière, un mouvement
dans les herbes, que sais-je, lui révélant que la
bête pourchassée, oiseau, poisson, femme, peut être
forcée." (S.319)
Die Beschreibung von "Coexistences" führt
ein politisches Bild vor, das zwei Systeme zeigt, die sich vereinigen,
um über den Menschen zu triumphieren. Diesen Horror will das
Bild mitteilen, es geht im Grunde genommen um die geheime Komplizenschaft
der beiden Systeme, von denen das sozialistische Lager die Verbrechen
des anderen Lager akzeptiert, damit es das Recht bekommt, selber
Verbrechen zu begehen: "Rebeyrolle s'est mis tot entier dans
ces toiles, alacrité et horreur, poésie, contestation:
pour lui, cette fois, la peinture a été tout,
lui-même et le monde." (S. 325).
WIe in seinen Studien über Tintoretto
ist auch dieser Text über Rebeyrolle eine Anleitung zur Bildbetrachtung,
in der Sartre seine persönliche Überzeugung und seine
Interpretation der Bilder mitteilt, diese aber grundsätzlich
immer mit einer Beschreibung der betrachteten Bilder so verknüpft,
daß der Leser Sartres Schlußfolgerungen keinesfalls
als die einzig mögliche Schlußfolgerung begreifen muß.
In diesem Sinne ist dieses Vorwort zu Rebeyrolles Ausstellung eine
Hommage an seine Kunst und vor allem ein Ansporn, seine Bilder genauer
zu betrachten.
Heiner Wittmann
Francis Marmande, La colère du bonheur et l'ivresse de la
bravoure
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3246,36-397345,0.html
Plus grand mort que vivant... Tel est son éloge
funèbre.
permanent.nouvelobs.com/culture/20050207.OBS8146.html
Le peintre Paul Rebeyrolle est mort, NOUVELOBS.COM
Le peintre et sculpteur Paul Rebeyrolle
est mort.
cultureetloisirs.france3.fr/artetexpositions/actu/8047346-fr.php
www.espace-rebeyrolle.com
www.espace-rebeyrolle.com/bibliographie.htm
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