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Jean-Paul Sartre
Biographie
Einer der bedeutendsten und kreativsten Autoren des 20. Jahrhunderts
war Jean-Paul Sartre. Sein umfangreiches, viele Genres umfassendes
Werk ist bisher weder vollständig in Frankreich publiziert
noch komplett ins Deutsche übersetzt worden. Über kaum
einen Autoren des Zwanzigsten Jahrhundert wurden und werden weltweit
so viele Dissertationen, Bücher und Aufsätze (
Sekundärliteratur)
verfaßt. Sein Leben ist in mehreren umfassenden Biographien
beschrieben worden.
In seinem Werk steht die Freiheit des Menschen und die Vielgestaltigkeit
seiner Entwürfe im Zentrum. Das Individuum, das Subjekt, behauptet
sich trotz vielfältiger struktureller Zwänge - soziale,
politische, historische, kulturelle und psychische Voraussetzungen
und Schranken - in komplexen Situationen. Der Existentialismus Sartres
wandelte sich von einer frühen emphatischen Affirmation der
Freiheit zu einer späteren Konzeption, bei der sich die Freiheit
verengt zu jener "kleinen Bewegung, die aus einem völlig
gesellschaftlich bedingten Wesen einen Menschen macht, der nicht
in allem das darstellt, was von seinem Bedingtsein herrührt."
Sartre hat in seinem literarischen Werk, in Dramen, Romanen, Erzählungen
und Filmszenarien, die Situation des Menschen als Herausforderung
beschrieben. Kolonialismus, Rassismus, Antisemitismus, die Unterdrückung
der Frauen und ökonomische Ausbeutung sind Bedingungen, denen
sich der Mensch unterwerfen oder gegen die er sich erheben kann.
Es liegt in seiner Entscheidung, seine vorgefundene Situation auf
sich zu nehmen, um sie zu überschreiten, und entsprechend in
authentischer Weise zu leben, oder sich ihr so anzupassen, daß
er seine Freiheit entfremdet und verdinglicht, was Sartre als Inauthentizität
beschreibt.
In seiner Philosophie, die sich neben den Hauptwerken Das Sein
und das Nichts (1943) und Kritik der dialektischen Vernunft(1960)
in umfangreichen Entwürfen zu einer Moral und in zahlreichen
Aufsätzen niederschlug, stehen die Beziehungen der Individuen
zur Geschichte und zur Gesellschaft im Mittelpunkt. Sein Verhältnis
zur Husserlschen Phänomenologie, zur Heideggerschen Existenzphilosophie,
zur Psychoanalyse, zu Strukturalisten und Marxisten nimmt einen
wesentlichen Platz ein.
Am Ende seines Lebens kreisten Sartres Gedanken um den Begriff
der Brüderlichkeit und um eine Gesellschaft, die brüderliche
Wechselseitigkeit zwischen den Menschen ermöglichen könnte.
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