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Übersetzungen

Zur deutschen Edition der Werke Sartres

In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Sartre zu den meistgelesensten Autoren in Deutschland. Seine Texte - vor allem seine Stücke und Erzählungen, aber auch philosophischen Aufsätze - erschienen in Auflagen von mehreren Hunderttausenden Exemplaren in mehreren Verlagen, jedoch vor allem im Rowohlt Verlag Hamburg .
Die Übersetzungen litten gelegentlich unter der Eile, mehr noch unter dem Zeitgeist. So war oft eine Re-Heideggerianisierung des französischen Existentialismus Sartres zu beobachten, und die Sartresche Terminologie wurde von den verschiedenen Übersetzern uneinheitlich wiedergegeben.

Die Sartre-Edition in Deutschland gewann eine neue Qualität, als Traugott König vom Rowohlt Verlag unter günstigeren Bedingungen zunächst mit der Übersetzung wichtiger Werke Sartres wie die "Kritik der dialektischen Vernunft" (frz.1960, dt. 1967) und dem Flaubert-Werk ("L'idiot de la famille", 1971, dt. "Der Idiot der Familie", 5 Bände, 1977-1979) betraut wurde und dann in Abstimmung mit Sartre und nach dessen Tod 1980 mit seiner Adoptivtochter Arlette Elkaïm-Sartre begann, eine Ausgabe der Werke des französischen Autors nach thematischen Gesichtspunkten zu erarbeiten und als Herausgeber des Gesamtwerkes die Übersetzungen terminologisch auf einander abzustimmen.
So entstand mit den Jahren eine Ausgabe, von der "Die Zeit" schrieb: "Wenn die deutsche Sartre-Edition in dieser Form weiterschreitet, dann gibt es hierzulande bald mehr und im großen und ganzen einen besser edierten Sartre als in Frankreich."

1991 unterbrach der Tod die Arbeit von Traugott König, seitdem setzt Vincent von Wroblewsky als Herausgeber die Sartre-Edition fort.

Von den meisten Titeln erscheinen erst Hardcover-, dann Taschenbuch-Ausgaben, die schließlich in preiswerten Taschenbuchkassetten angeboten werden. Es sind bereits erschienen: Kassette 1   Schriften zur Literatur (8 Bände)

Kassette 2   Romane und Erzählungen (4 Bände)

Kassette 3   Theaterstücke und Schriften zum Theater (9 Bände)

Kassette 4   Politische Schriften (in Vorbereitung)

Kassette 5   Autobiographische Schriften, Briefe, Tagebücher (6 Bände)

Kassette 6   Philosophische Schriften I (4 Bände).

In den kommenden Jahren werden neben einer Reihe von Drehbüchern auch wichtige Arbeiten zur bildenden Kunst (vor allem Sartres Texte über Tintoretto) und zur Musik, aber auch größere philosophische Texte aus dem Nachlaß Sartres erscheinen, vor allem seine unvollendet gebliebenen "Cahiers pour une Morale" (frz. 1983) und der zweite Band der "Kritik der dialektischen Vernunft" mit dem Untertitel "Die Intelligibilität der Geschichte" (Paris 1985). Auch Sartres Jugendschriften "Ecrits de jeunesse" (1990 bei Gallimard von Contat und Rybalka herausgeben) werden das Bild Sartres vervollkommnen.

9. Juni 2004